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Der Kartellfall des DOJ von Apple stimmt in einem wichtigen Punkt perfekt mit dem der EU überein: NFC und mobile Zahlungen

Written by smirow

Da Apple mit einer Kartellklage des US-Justizministeriums (DOJ) konfrontiert ist, würde man annehmen, dass Hinweise auf die bestehenden wettbewerbswidrigen Hürden des Unternehmens aus Cupertino in Europa großzügig in die Beschwerde des DOJ gestreut werden – nur um etwas mehr Kontext und moralische Unterstützung zu bieten am wenigsten. Aber Europa wird kaum erwähnt.

Der einzige Fall, in dem Europa ausdrücklich erwähnt wird, betrifft jedoch Apples Würgegriff auf digitale Geldbörsen, NFC und mobile Zahlungstechnologie innerhalb seines iOS-Ökosystems.

Zur Erinnerung: Die EU reichte im Mai 2022 eine Beschwerde gegen Apple ein und kam zu dem Schluss, dass Apple „seine marktbeherrschende Stellung“ bei mobilen Geldbörsen missbraucht habe, indem es konkurrierenden Diensten den Zugriff auf die kontaktlose NFC-Zahlungsfunktion des iPhones verwehrte. Anfang dieses Jahres machte Apple einen Schritt nach vorne, um die europäischen Regulierungsbehörden zu besänftigen, indem es vorschlug, mobilen Geldbörsen und Zahlungsdiensten von Drittanbietern endlich den kostenlosen Zugriff auf NFC auf iOS zu ermöglichen und damit seine eigenen Zahlungs- und Zahlungsdienste zu umgehen. Apple-Portfolio. Da diese Änderungen nun, zumindest theoretisch, im Gange sind, möchte das DOJ an der Aktion teilhaben.

In einer beim US-Bezirksgericht New Jersey eingereichten Beschwerde stimmte das DOJ der Behauptung der EU zu, dass Apple seine eigene mobile Zahlungstechnologie zu Unrecht begünstigt und Drittentwicklern keine andere Wahl lässt, als Spiele zu spielen. Konkret behauptet er, dass Apples „ „Die vollständige Kontrolle“ über Tap-to-Pay-Transaktionen behindert Innovationen und stärkt das bestehende Monopol.

Hinweise zur Einreichung:

Es gibt keine technischen Einschränkungen für die Bereitstellung des NFC-Zugriffs für Entwickler, die Wallets von Drittanbietern anbieten möchten. Beispielsweise ermöglicht Apple Händlern, die NFC-Antenne des iPhones zu nutzen, um kontaktlose Zahlungen von Verbrauchern zu akzeptieren. Apple erkennt außerdem an, dass es technisch möglich ist, einem iPhone-Benutzer zu erlauben, eine andere App (z. B. eine Bank-App) als seine Standard-Zahlungs-App festzulegen, und Apple beabsichtigt, diese Funktionalität in Europa zuzulassen.

Dieser einzelne Verweis auf Europa verrät uns viel über die Unterschiede zwischen zwei Gerichtsbarkeiten, die versuchen, einen großen Plattform-Controller zu kontrollieren.

Kategorien

Die Beschwerde des DOJ bezüglich digitaler Geldbörsen gliedert sich teilweise in fünf große Kategorien. Eine davon sind sogenannte „Super-Apps“, die laut DOJ von Apple blockiert wurden, weil sie Apples eigenes App-Ökosystem „grundlegend stören“ würden, da sie es Entwicklern ermöglichen würden, mehrere Funktionen und Miniprogramme zu präsentieren. in einer einzigen Anwendung.

Dann gibt es noch die plattformübergreifende Kompatibilität von Smartwatches, die Apple laut DOJ dadurch behindert, dass bestimmte Funktionen von Drittanbieter-Smartwatch-Herstellern eingeschränkt werden. Auch plattformübergreifendes Messaging landete auf der Liste der Beschwerden. Das Justizministerium erklärte, Apple schütze „sein Smartphone-Monopol“, indem es iMessage nur für iOS verfügbar mache und gleichzeitig andere verfügbare plattformübergreifende Messaging-Apps herabsetze. Er erwähnt auch die verschiedenfarbigen „Blasen“, die iMessage sendet, je nachdem, ob der Empfänger iOS oder Android nutzt.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass Europa zwar darüber nachgedacht hat, Apple zu zwingen, iMessage mit anderen Messaging-Apps von Drittanbietern kompatibel zu machen, sich aber dagegen entschieden hat.

An anderer Stelle wirft das DOJ Apple auch vor, Entwickler daran zu hindern, Gaming-Apps in der Cloud anzubieten, weil dies bedeuten würde, dass Entwickler Spiele entwickeln könnten, die keine leistungsstarke Hardware wie das iPhone erfordern, sondern stattdessen Remote-Server verwenden, um Spiele auf ein Gerät zu „streamen“. – und gleichzeitig mehrere Spiele in einer einzigen herunterladbaren Anwendung konsolidiert.

Apple hat zwar im Januar angekündigt, Spiele-Streaming-Dienste wie Xbox Cloud auf iPhones zuzulassen, aber das Justizministerium sagt, Apple mache es Entwicklern, die ihre Spiele monetarisieren wollen, immer noch zu mühsam, indem sie beispielsweise die Nutzung des Apple-Dienstes verlangen. eigenes Zahlungssystem und erfordern Designüberarbeitungen speziell für das iPhone. In der Beschwerde heißt es:

Die Regeln und Einschränkungen von Apple zwingen Entwickler effektiv dazu, eine separate Version ihrer App speziell für iOS zu erstellen, anstatt eine einzige Cloud-Version zu erstellen, die mit mehreren Betriebssystemen, einschließlich iOS, kompatibel ist. Infolgedessen investieren Entwickler viel Zeit und Ressourcen in die Neuentwicklung von Apps, um plattformübergreifende Apps wie Multiplayer-Spiele auf dem iPhone bereitzustellen.

Eine bemerkenswerte Lücke in der Beschwerdeliste des DOJ betrifft Anti-Steering-Praktiken, für die Apple kürzlich in Europa eine Geldstrafe von 1,84 Milliarden Euro verhängt hat. Grundsätzlich würde Apple iOS-App-Entwickler daran hindern, ihre Nutzer über günstigere Möglichkeiten zu informieren, ihren Dienst zu abonnieren (z. B. über eine Website). Spotify setzt sich seit langem gegen diese Praxis ein und testet derzeit die Widerstandsfähigkeit des neuen EU-Digitalmarktgesetzes (DMA), das Anti-Steering-Bestimmungen enthält.

Während es also eindeutig einige Überschneidungen bei den Problemen gibt, die das Justizministerium und Europa in Bezug auf die angeblichen monopolistischen und wettbewerbswidrigen Praktiken von Apple zu lösen versuchen, gibt es auch bemerkenswerte Unterschiede in Bezug auf bestimmte Schwerpunktbereiche. Allerdings scheinen sie bei NFC, digitalen Geldbörsen und mobilen Zahlungen am besten aufeinander abgestimmt zu sein.

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